Bonn: Polizei und SWB kontrollierten an Bahnübergängen der Stadt- und Straßenbahn

0
10
Polizei im Einsatz
Bonner Polizisten kontrollieren an Bahnübergängen - Foto Polizei Bonn

Bonn (ots) – Unfälle an Bahnübergängen haben in der Regel besonders schwerwiegende Folgen, auch wenn sie gemessen am Gesamtunfallgeschehen im Verkehr relativ selten sind. Die meisten dieser Unfälle geschehen durch bewusste und unbewusste Regelmissachtung, wenn beispielsweise Halbschranken umgangen oder Lichtsignale missachtet werden. “Falsches Verhalten an, auf oder vor Bahnübergängen führt immer wieder zu gefährlichen Situationen im Alltag. Deshalb kontrollieren wir auch hier”, so Polizeioberrätin Gabriele Mälchers, Leiterin der Direktion Verkehr der Bonner Polizei.

Im Mai dieses Jahres wurden im Zuständigkeitsbereich der Bonner Polizei ein Radfahrer und ein Fußgänger bei Unfällen an Bahnübergängen tödlich verletzt. Von Januar bis September registrierte die Bonner Polizei 27 Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen falschen Verhaltens an, auf oder vor Bahnübergängen. Und das, obwohl beispielsweise das Überqueren als nichtmotorisierter Ver-kehrsteilnehmer trotz geschlossener Schranke oder Halbschranke mit einem Bußgeld von 350,- Euro geahndet wird.

“Die Straßen- und Stadtbahnfahrer von SWB Bus und Bahn sind täglich mehrfach der psychisch belastenden Situation ausgesetzt, dass Personen rechtwidrig geschlossene Bahnübergänge passieren. Unserer Fahrer kennen den Bremsweg ihrer Fahrzeuge und sind sich bewusst, dass sie die bis zu 50 Tonnen schweren Bahnen nicht immer rechtzeitig zum Stehen bringen können. Selbst wenn es nicht zum Unfall kommt, ist der Schrecken für die Fahrer groß. Zudem kann eine Gefahrenbremsung auch für Fahrgäste im Innenraum gefährlich sein und nicht selten kommen Unbeteiligte zu Schaden”, erklärt Ute Schlömer, Mitarbeiterin im Verbesserungsmanagement von SWB Bus und Bahn.

Um die Verkehrsteilnehmer auf mögliche Gefahren beim Überqueren von Bahnübergängen aufmerksam zu machen, führte der Verkehrsdienst der Bonner Polizei am 31.10.2019 gemeinsam mit den SWB Kontrollen an Bahnübergängen des Stadt- und Straßenbahnnetzes im Stadtgebiet durch. In Gesprächen zwischen Mitarbeitern der SWB und Bürgern wurde dabei insbesondere auf die psychischen Belastungen der Fahrer bei und nach Unfällen aufmerksam gemacht. Insgesamt stellten die Beamten bei den Kontrollen fünf Fälle des Missachtens der Wartepflicht fest. Hierfür wurde jeweils ein Verwarngeld in Höhe von 10,- Euro fällig. Drei Verkehrsteilnehmer überquerten Bahnübergänge bei geschlossener Halbschranke und wurden mit je 350,- Euro Bußgeld zur Kasse gebeten.