Fahranfänger musste nach Unfall zur Blutprobenentnahme

0
16
Symbolfoto PB
Symbolfoto PB

Waldbröl (ots) – Gegen 07.50 Uhr kam am ersten Weihnachtstag ein 22-Jähriger mit seinem Auto in Rölefeld von der Fahrbahn ab; die Fahrt endete auf dem Grundstück eines Anwohners an einem Strommasten. Warum der Mann, der erst seit knapp zwei Wochen im Besitz einer Fahrerlaubnis war, auf der geraden Strecke von der Fahrbahn abkam, konnte nicht abschließend geklärt werden. Dazu beigetragen haben dürfte aber der Alkoholspiegel; ein Vortest zeigte einen Wert von über 1,1 Promille an.

Die Polizei veranlasste eine Blutprobenentnahme und stellte die fast noch druckfrische Fahrberechtigung sicher.


Promillegrenzen für Autofahrer

Wer mit 0,5 – 1,09 Promille ein Kraftfahrzeug führt oder als Fahranfänger gegen das Alkoholverbot am Steuer verstößt – und dabei in beiden Fällen keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und erhält einen Bußgeldbescheid. Das heißt in aller Regel: 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot und 2 Punkte in Flensburg. Nach Ablauf des Fahrverbotes wird der Führerschein zurückgegeben.

  • Absolute FahruntüchtigkeitEine Straftat liegt immer dann vor, wenn der Kraftfahrzeugführer trotz einer Blutalkoholkonzentration von 1,1 Promille und mehr fährt. Auf Ausfallerscheinungen kommt es dabei nicht an.
  • Relative FahruntüchtigkeitAber auch bei geringeren Promillewerten (ab etwa 0,3 Promille) liegt nicht mehr nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat vor, wenn alkoholtypische Ausfallerscheinungen (Schlangenlinienfahrt, alkoholtypischer Unfall) festgestellt wurden. In diesen Fällen droht eine Geldstrafe, bei Wiederholungstätern sogar eine Freiheitsstrafe. Die Fahrerlaubnis wird für mindestens sechs Monate entzogen. Wird aufgrund des Alkohols ein Unfall verursacht sind es mindestens 12 Monate.
  • Strafrechtliche FolgenDie bei Straftaten verhängte Geldstrafe richtet sich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters. Die Fahrerlaubnis wird entzogen und eine Sperrfrist festgelegt. Vor Ablauf der Sperrfrist darf keine neue Fahrberechtigung erteilt werden. Ab 1,6 Promille ist dafür die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vorgeschrieben, ebenso bei wiederholten Trunkenheitsfahrten.
  • Versicherungsrechtliche KonsequenzenIn der Haftpflichtversicherung ist ein Regress für regulierte Fremdschäden bis 5000 Euro möglich, wenn der Unfall durch Alkoholkonsum verschuldet wurde. In der Vollkaskoversicherung kann der Versicherer die vertraglich geschuldete Leistung für den eigenen Schaden vermindern. 
  • Absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger
    Ein absolutes Alkoholverbot besteht für Fahranfänger und junge Fahrer. Wer in der Probezeit oder unter 21 Jahre alt ist und unter der Wirkung von Alkohol fährt, muss 250 Euro Geldbuße zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg. Zudem wird ein Aufbauseminar verhängt und die Probezeit von zwei auf vier Jahre verlängert. 

Quelle ADAC